FeaturedSymptome des NagelpilzesThema Nagelpilz

Was ist Nagelpilz?

Eine Onychomykose beziehungsweise Nagelpilz ist eine Infektion durch Pilze, welche die Fuß- oder Fingernägel befällt.

Bei den Erregern handelt es sich meistens um Dermatophyten (Fadenpilze), seltener um Hefe- oder Schimmelpilze. Dieser Nagelpilz nistet sich oftmals unterhalb der Nagelplatten ein, um sich dort zu vermehren.

In Deutschland leidet jeder zehnte an einer Nagelpilzerkrankung. Man geht von ungefähr 10 Millionen Menschen aus die an Nagelpilz leiden. Im Alter über 65 steigt der Prozentsatz der Erkrankten auf fast 50% an.

Der Nagelpilz (Onychomykose)

Die Onychomykose oder umgangssprachlich auch Nagelpilz genannt ist ein weitverbreitetes Problem, dass einen großen Teil der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben befällt

Beginn einer Nagelpilzerkrankung und die fördernden Faktoren

NagelpilzDie hauptsächliche Nahrung der Pilze ist das Hornmaterial vom jeweiligen Nagel. Bei der weiteren Ausbreitung der Nagelpilzerkrankung kann selbst die Nagelwurzel mit angegriffen werden. In seltenen Fällen beginnt eine Infektion in der Nähe der Wurzel oder verbreitet sich über die Nageloberfläche. Um einges häufiger besteht vor der Nagelinfektion eine Fußpilzerkrankung.

Lästiger Nagelpilz kann zum Beispiel durch extrem enge Schuhe oder wiederkehrende Verletzungen, wie beispielsweise durch Sport, gefördert werden. Zudem tragen Gefäßerkrankungen sowie Lymphabflussstörungen oder eine unzureichende Durchblutung zu seiner Entstehung bei. Selbst Fußfehlstellungen, Nervenschädigungen oder längere Bettlägerigkeit (Ruhigstellung sämtlicher Gliedmaßen) kann die Möglichkeit einer Nagelpilzerkrankung fördern.

Eine Nagelpilzerkrankung beginnt meistens an einer freien Nagelkante und setzt sich zur Nagelwurzel hin fort. Daraufhin verfärbt sich das Nagelbett in gelbliche Streifen, eventuell wird es auch dunkelbraun. Der Nagel verdickt sich und kann zu einer bröckeligen Substanz werden. Wird die Nagelwurzel auch von der Infektion erreicht, kann es zu einer Wachstumstörung führen und in manchen Fällen löst sich die komplette Platte des Nagels vom Nagelbett.

Die Diagnose des Arztes und die Möglichkeiten der Behandlung

Nagelpilz Diagnose beim ArztDer behandelnde Arzt kann mit unterschiedlichen Methoden eine Nagelpilzerkrankung feststellen. Außer einer sichtbaren Veränderung des Nagels kann eine angelegte Pilzkultur als gebräuchlichste Nachweismethode eine Diagnose unterstützen. Hierfür muss der Arzt etwas Material unter der Nagelplatte entnehmen, um es auf einer Nährstoffplatte abzulegen. In den nächsten Wochen kann sich der Nagelpilz hierauf vermehren. Dieser Nachweisversuch funktioniert allerdings nicht immer sofort, weshalb oft drei Versuche benötigt werden, um einen Nagelpilz exakt nachzuweisen oder ausschließen zu können.

Eine weitere Möglichkeit der Diagnose besteht in der Herstellung eines Nativpräparats. Anhand dessen kann der Arzt am gleichen Tag unter seinem Mikroskop eventuelle Pilzerreger erkennen, jedoch nicht die Pilzfamilie bestimmen. Um Nagelpilze direkt nachzuweisen, sollte die eventuell begonnene Behandlung durch pilzabtötende Mittel (antimykotische Therapie) mindestens zwei (besser vier) Wochen vorher unterbrochen werden. Ein korrekter Pilznachweis ist deshalb wichtig, um Veränderungen des Nagels zu selektieren, sodass andere Nagelerkrankungen wie beispielsweise Ekzemnägel oder Nagelpsoriasis (Schuppenflechte) sowie Knötchenflechte (Lichen ruber) ausgeschlossen werden können und das optimale Medikament für den Nagelpilz verordnet werden kann.

Ist eine Pilzinfektion weder durch ein Nativpräparat noch mittels Kultur nachweisbar, der Verdacht jedoch weiterhin besteht, ist eine feingewebliche (histologische) Untersuchung des Nagels zu empfehlen.

Die Behandlung einer Nagelpilzinfektion muss individuell erfolgen

Eine Nagelpilzerkrankung wird nach dem Umfang ihrer Ausbreitung behandelt. Ist nur ein kleiner Anteil des Nagelbettes oder lediglich die äußere Kante des jeweiligen Nagels betroffen, kann ein lokaler Einsatz antimykotischer (pilzabtötender) Medikamente ausreichen. Oftmals werden praktikable antimykotische Nagellackpräparate aufgetragen, wobei es wichtig ist, mithilfe einer Nagelfeile (alternativ nagelauflösenden Salben) die Nagelplatte auszudünnen. So kann das Medikament optimal zu dem Nagelpilz im unteren Bereich der Nagelplatte vordringen.

Behandlung mit NagelpilzlackIst die Infektion bereits in mehr als der Nagelhälfte oder sogar in die Nagelmatrix (Nagelwurzel) eingedrungen, wird normalerweise zu der lokalen Behandlung eine Therapie mit Tabletten (systemische Therapie) erforderlich.

Die Auswahl des optimalen Medikaments wird auf den, innerhalb der Kultur bestimmten Erreger, abgestimmt. Dabei sollte speziell auf mögliche Gegenanzeigen während der Anwendung von Antimykotika geachtet werden. Der behandelnde Arzt ist hierbei für die Verträglichkeit der Medikamente mit eventuell bestehenden Erkrankungen verantwortlich. Nebenwirkungen sind normalerweise äußerst selten, obwohl beispielsweise allergische Reaktionen auftreten können.

Die Therapiedauer hängt von der Schnelligkeit ab mit der ein neuer Nagel gesund nachwächst und dabei erkrankte Nagelanteile hinausschiebt. Da während einer Nagelinfektion das Wachstum des Nagels oft wesentlich eingeschränkt ist, kann sich eine Behandlung über mehrere Monate hinziehen. Wird die infizierte Nagelplatte, vor der Therapie mit einem Antimykotikum mithilfe von Harnstoffsalben entfernt, kann ein besseres Behandlungsergebnis erzielt werden.

Zusätzlich können die Betroffenen durch ausreichende Desinfektion ihrer Socken, der gesamten Schuhe sowie Badematten und Handtücher unterstützend auf die Therapie einwirken. Spezielle Waschzusätze können in Apotheken erworben werden. Bei der intensiven Wäsche von Socken und Hantüchern reichen 40 Grad Celsius zum Desinfizieren nicht aus. Um lebende Pilze zu eliminieren ist eine Waschtemperatur von 60 Grad Celsius zwingend nötig. Ebenso sollten einengende Schuhe für Betroffene tabu sein und Strümpfe sowie Schuhe über atmungsaktive Materialien verfügen. Besonders wichtig ist zudem Hände beziehungsweise Füße nach jedem Waschen äußerst gründlich abzutrocknen sowie die körpernahe Wäsche so häufig wie möglich zu wechseln.

Wird eine Nagelpilzinfektion nicht behandelt, bestehen weitere gesundheitliche Risiken

Nagelpilz KomplikationenWird ein Nagelpilz nicht intensiv behandelt, kann hier der Ausgangspunkt für weitere Pilzerkrankungen wie beispielsweise an den Zehen- sowie Fingerzwischenräumen und an Fuß- und Handsohlen sowie weiteren Hautbereichen liegen, da ein Nagelpilz nicht von selbst heilt. Im Besonderen kann es in den Zwischenräumen der Zehen zu Einrissen sowie Aufweichung der empfindlichen Haut kommen. Hier finden sich ausreichend Eintrittspforten, um Bakterien den Zugang zum Körper zu erleichtern und eventuell sogar eine Wundrose (Erysipel) im Bereich des Unterschenkels zu verursachen.

Eine typische Nagelplattenverdickung kann zum Beispiel durch Anstoßen innerhalb des Schuhs unangenehme Schmerzen verursachen, sodass eine professionelle und regelmäßige Fußpflege notwendig wird.

Die eigene Vorsorge ist die beste Möglichkeit, um Nagelpilz vorzubeugen

Da ein gesunder Nagel einer Pilzerkrankung lange trotzen kann, sollten stets einige Vorsichtmaßnahmen getroffen werden. Ein gesundes Fußklima wird zum Beispiel durch atmungsaktive Schuhe sowie Sockenmaterialen gefördert. Simple Badelatschen schützen vor der Ansteckung in Räumlichkeiten, welche von etlichen Personen barfuß betreten werden. Zudem sind sie sicherer als Fußdesinfektionsanlegen.

Begleiterkrankungen wie beispielsweise arterielle oder venöse Durchblutungsstörungen, Immunmangelsyndrome oder eine Zuckererkrankung müssen optimal versorgt werden, damit einer Pilzinfektion die Grundlage entzogen wird. Eine Anwendung antimykotischen Fußsprays oder -cremes kann auch nach dem Besuch von Sauna und Schwimmbad sinnvoll sein.

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